
Bildkarten statt Fragen: Elterngespräche ohne Sprachbarriere
Ein Satz Karten mit Alltagssituationen ersetzt den Fragebogen. Eltern zeigen, was zu Hause gut läuft und was schwierig ist.
Entwicklungsgespräche mit Eltern, die wenig Deutsch sprechen, laufen oft über ein Kind als Dolmetscher oder gar nicht. Bildkarten geben beiden Seiten eine gemeinsame Sprache, ohne dass jemand übersetzen muss.
Der Kartensatz
Etwa 20 Karten mit Alltagssituationen: Essen, Schlafen, Spielen mit anderen, Anziehen, Streit, Trösten, Vorlesen, draußen sein. Keine Bewertung auf den Karten, nur die Situation.
Das Gespräch
Die Fachkraft legt die Karten auf den Tisch und bittet die Eltern, drei Karten auszuwählen: Was läuft zu Hause gut? Dann drei weitere: Wo ist es schwierig? Die Fachkraft macht dasselbe aus Sicht der Kita.
Übereinstimmungen und Unterschiede sind sofort sichtbar. Das Gespräch dreht sich um konkrete Situationen statt um Begriffe wie “Sozialverhalten”, die in keiner Sprache gut übersetzbar sind.
Erfahrung
In Einrichtungen mit vielen Sprachen wird das Format nach kurzer Zeit auch von Eltern mit guten Deutschkenntnissen bevorzugt. Es ist schneller und weniger prüfungsartig als der klassische Bogen.